PM – Aufnahme Verfahrensberatung EAE Overhammshof

Seit kurzem bietet ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. eine Verfahrensberatung in der Essener Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) am Overhammshof, ehemals Kutel-Gelände an.
Auf den ersten Kontakt mit Behörden nach dem Grenzübertritt folgt die EAE als Startpunkt für das Asylverfahren. Hier werden die Flüchtlinge registriert, erfasst und anschließend erfolgt die Erstverteilung in das gesamte Bundesgebiet.

ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. bietet nun direkt vor Ort eine Verfahrensberatung für Flüchtlinge an, die Fragen zum Asylverfahren haben oder wissen möchten, was für Möglichkeiten, Rechte und Pflichten sie in Deutschland haben. Zusätzlich bietet ProAsyl Essen an, die Flüchtlinge auf ihr Interview beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vorzubereiten, welches ebenfalls am Overhammshof stattfindet.
Bewohner, die sich vor Ort in der EAE befinden, können montags und mittwochs von 13.00 – 17.00 Uhr, sowie donnerstags und freitags von 09.00 – 13.00 Uhr in die offene Beratung kommen.
Die Beratungsbüros befinden sich in Haus 7, im Raum 4 und Raum 6.
Leider gibt es derzeit noch keine Telefonische Erreichbarkeit vor Ort. Bei Anliegen für Bewohner der Essener Erstaufnahmeeinrichtung können Sie ProAsyl über info@proasylessen.de erreichen.

Ehrenamtliche Dolmetscher/ Übersetzer ARABISCH gesucht !

Aufgrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist das Beratungsaufkommen in der Flüchtlingsberatung ungebrochen hoch.
Viele Menschen suchen bei uns Rat und Hilfe, die wir ihnen auch gerne geben möchten.

Leider mangelnd es uns derzeit an arabischen Sprachkenntnissen und wir suchen daher engagierte Dolmetscher/Übersetzer die uns bei der Arbeit ehrenamtlich unterstützen können.

Falls Sie ein paar Stunden in der Woche Zeit haben und sich ehrenamtlich engagieren möchten um Menschen in Not zu helfen, dann würden wir uns über eine Kontaktaufnahme per Mail sehr freuen.

– Sie beherrschen die arabische Sprache fließend
– Sie bringen interkulturelles Verständnis mit
– Sie haben Erfahrung im Umgang mit Behörden und Ämtern
– Sie haben tagsüber Zeit
– Sie sind psychisch belastbar

Für unsere Beratung in der Geschäftsstelle, als auch in den Essener Landeseinrichtungen in der Innenstadt und Fischlaken, suchen wir DolmetscherInnen.
Wir suchen nach Menschen die sich regelmäßig einbringen können und konstant Zeit haben, da sich manche Fälle über Wochen hinziehen können.

Falls Sie Interesse haben würden wir Sie gerne vorab Kennenlernen.

Anfragen gerne per Mail an:
info@proasylessen.de

1.Mai/ Internationales Kulturfest – Zeche Carl

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Bei bestem Kaiserwetter fand am 1. Mai wie immer das traditionelle Internationale Kulturfest auf der Zeche Carl in Altenessen statt.
Auch wir von ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. waren wieder mit einem Stand bei den Ausstellern dabei.
Mit viel Informationsmaterial zum Thema Flüchtlinge und Asylrecht haben wir über unsere Arbeit in Essen informiert und natürlich auch die ein oder andere Live-Beratung durchgeführt.
Besonders beliebt waren diesmal unsere mitgebrachten Aufkleber und Plakate.

Es war ein buntes, schönes und vielfältiges Fest. Mit tollen Begegnungen und interessanten und engagierten Menschen.
Wir bedanken uns bei den Besuchern für die tollen Gespräche und den netten Austausch.
Besonderes Lob richten wir auch an die Organisatoren.

Bis zum nächsten Jahr!

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1. Mai – INTERNATIONALES KULTURFEST Zeche Carl

Wir freuen uns darauf mit Ihnen den Tag der Arbeit zu begehen.
Feiern Sie mit uns und besuchen Sie uns an unserem Stand auf dem INTERNATIONALEN KULTURFEST der Zeche Carl.

1.Mai  2016
1.Mai (2)

Amerika Austausch zum Thema Flüchtlingsarbeit in der Kommune

Derzeit ist eine Essener Delegation in Amerika unterwegs und tauscht sich über die Integrationsmöglichkeiten von Flüchtlingen aus. Dabei sollen die TeilnehmerInnen die Flüchtlingsarbeit in ihren Städten vorstellen und neue Projekte konzipieren.
Für uns vor Ort ist unsere Vorstandsvorsitzende Kathrin Richter.

Nach der gemeinsamen Ankunft in Atlanta, verstreuten sich die TeilnehmerInnen auf unterschiedliche Kommunen in den USA.
Im Moment befinden sich einige EssenerInnen in Boise, Idaho bevor sich alle zum Abschluss in Washington D.C. wiedersehen.

Im September diesen Jahres macht sich dann die Amerikanische Delegation zu uns auf den Weg nach Deutschland.
Wir hoffen das die TeilnehmerInnen viele tolle Ideen und Konzepte zur Flüchtlingsarbeit aus den Treffen mitnehmen.

Hier sieht man die TeilnehmerInnen beim ‚Womens Club‘ Clarkston,von wo aus sie in die einzelnen Workshops starten. Mit dabei ist der Gründer der ‚Welcome America‘ Initiative – David Lubell.
Clarkton Empfang vor Women's Club

Plenum April

Einladung zu unserem nächsten Plenum

Wann: 19. April 2016
Uhrzeit: 18.30 Uhr

Wo: Geschäftsstelle von ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V.
Friedrich-Ebert-Straße 30, 45127 Essen

Thema: Die Arbeit der Kausa Servicestelle für junge Flüchtlinge

Plenum April 2016

PM – Maßnahmen zur Beschleunigung der Rückführung ausreisepflichtiger Personen

Anlässlich des gemeinsamen Antrags der Fraktionen von SPD und CDU im Ausschuss für öffentliche Ordnung, Personal und Organisation im Rat der Stadt Essen, erklärt ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V.:

Die von den Fraktionen von SPD und CDU geplante schnellere Rückführung von Menschen ohne Bleibeperspektive, richtet sich ganz klar gegen die ärmsten unter den Armen. Nach dem Willen von SPD und CDU sollen bei Verfahren, die der Härtefallkommission vorliegen, bereits nach nur acht Wochen Abschiebemaßnahmen ergriffen werden.

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Gezielt richten sich diese Maßnahmen gegen vereinzelte geduldete Personen, die bereits seit mehreren Jahren bestens integriert und straffrei in Essen leben.

SPD und CDU begründen Ihren Antrag mit einer notwendigen Entlastung der Ausländerbehörde, ignorieren dabei jedoch, dass die Fallzahlen die vor der Härtefallkommission landen nur wenige Einzelpersonen betreffen.

Inka Jatta von ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. erklärt dazu: „Es werden im Vorprüfungsausschuss der Härtefallkommission sehr schnell die chancenlosen Verfahren abgelehnt, womit der Antrag von SPD und CDU reine Augenwischerei ist. Zudem gibt es einen Ratsbeschluss vom Mai 2005 wonach Verfahren vor der Härtefallkommission abgewartet werden müssen, dieser wurde damals ebenfalls von SPD und CDU gemeinsam eingebracht und ist bindend.“

Der Rat der Stadt Essen hatte sich zudem darauf geeinigt, die Gutachterliste des Innenministeriums für die Überprüfung der Reisefähigkeit von traumatisierten Ausreisepflichtigen heranzuziehen. Diese führt fachlich bestens qualifizierte Ärzte auf. Die Anstellung eigener Fachärzte zur Verfahrensverkürzung erweckt den Eindruck, traumatisierte Menschen schnellstmöglich abschiebefähig zu machen.

Wir von ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. sehen den eingebrachten Antrag als reine Schikane von traumatisierten Menschen und fordern eine umfassende und vollständige Prüfung von Anträgen, bevor kranke ausreisepflichtige Personen abgeschoben werden.

Rede für Pro Asyl Essen auf der Kundgebung „Je suis Paris“ aus Anlass der Terroranschläge in Paris am 16.11.2015

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich freue mich, dass so viele Menschen zusammenkommen sind, um sich gegen den Terror gegen unschuldige Menschen zu stellen und ihre Solidarität auszudrücken.

Heute gilt unsere Solidarität den Opfern in Paris. Sie gilt aber auch den Opfern der vergangenen Wochen und Jahre. Über 130 Opfer in Paris, über 120 Zivilisten in Kobane im Juni dieses Jahres an einem einzigen Tag, über 130 Menschen in der Türkei, die bei zwei Selbstmordanschlägen in Suruc und Ankara umgebracht wurden, Unzählige im Irak und Syrien. Und dies sind nur einige Beispiele.

Wir von Pro Asyl drücken allen Angehörigen der Opfer des Terrors egal in welchem Land, egal welche Staatsangehörigkeit sie haben, unsere Anteilnahme und Solidarität aus.

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In jedem dieser Fälle hat der terroristische Islamische Staat die Verantwortung übernommen. Es ist überfällig, dieser menschenverachtenden terroristischen Vereinigung den Boden zu entziehen. Hier erwarten wir gerade von der Bundesregierung Taten statt Worte. Dazu gehört es, endlich eine Lösung für die sich im syrischen Bürgerkrieg gegenüber stehenden Kräfte zu finden. Dazu gehört auch, den Nato-Partner Türkei in die Schranken zu weisen, dessen Präsident Erdogan den Terrormilizen des Islamischen Staates vielfach freie Hand gewährt.

In Paris halten viele dem Terror die Aussage „Nous somme uni“ entgegen. Wir sind vereint. Angesichts der vielen Menschen, die auf der Flucht vor dem Islamischen Staat sind, ist dies eine wichtige Aussage. Wir sind vereint im Kampf gegen den Terrorismus und wir sind vereint in der Solidarität mit denen, die vor dem Terror fliehen müssen. Sie haben unsere Solidarität. Sie müssen Schutz und Hilfe bei uns finden.

Pro Asyl erteilt allen eine Absage, die die terroristischen Anschläge jetzt nutzen wollen, um gegen Flüchtlinge zu hetzen und eine Abschottungspolitik der geschlossenen Grenzen durchsetzen wollen. Wir erteilen Pegida und anderen rechten Rattenfängern hier heute eine Absage. Wir erteilen aber auch allen eine Absage, die durch eine „Grenzen zu“-Politik diesen rechten Kräften zu arbeiten. Für hunderttausende Menschen auf der Flucht würde die „Grenzen zu“-Politik zusätzliche Lebensgefahr und zusätzliches Elend bringen.

Dieser Terrorismus darf nicht als Krieg begriffen werden, dem Staaten mit kriegerischen Mitteln begegnen müssen. Krieg war noch nie die Lösung von Problemen, sondern bringt millionenfaches Unglück. Der Krieg in Afghanistan, an dem Deutschland sich beteiligt hat, hat keine Lösung gebracht. Immer noch müssen Menschen von dort fliehen. Der Krieg bringt auch keine Lösung für den Nahen Osten. Die Menschen würden weiter fliehen müssen, vor Terror, Vernichtung und vor Krieg.

Wer den Terroristen den Boden entziehen will, muss für eine offene, demokratische und friedliche Gesellschaft eintreten. Einer Gesellschaft, die das friedliche Miteinander von Menschen unabhängig von kulturellen, politischen und religiösen Einstellungen gewährleistet.

„Nous somme uni“ ist das Bekenntnis zu dieser offenen Gesellschaft, wie wir sie leben wollen in Europa und auf der ganzen Welt. Wir sind heute Abend hier, um deutlich zu machen: Wir lassen uns eine offene, multikulturelle Gesellschaft nicht wegnehmen.

Deshalb schließe ich mit den Worten: Refugees welcome – Wir schaffen das.

Gabriele Giesecke, stellvertretende Vorsitzende von Pro Asyl Essen

Presseerklärung von ProAsyl Essen zur Stellungnahme der Stadt Essen zu Asyl-Schnellverfahren 16.11.2015

Nach der jüngsten Einigung der Bundesregierung zur Flüchtlingssituation in Deutschland nimmt die Stadtverwaltung in ihrer Erklärung vom 6.11.2015 wie folgt Stellung:

„…Die Stadt Essen fordert, dass die Landesregierung auch die Asylbewerber in Landeseinrichtungen aufnimmt, die schon länger in den Kommunen leben und dass die Asylverfahren in Abstimmung mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) konzentriert, beschleunigt und die Rückführung zentral organisiert wird.“

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ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e. V. würdigt die Anstrengungen, die von Verwaltung wie Haupt- und Ehrenamtlichen in der aktuellen Situation aufgebracht werden. Alle Akteure zusammen arbeiten intensiv daran, die problematische Unterbringung der neu ankommenden Flüchtlinge einigermaßen erträglich zu machen.

Umso weniger sinnvoll ist es, nun einen Kampf um die richtige Verteilung der unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen zu inszenieren. Die Situation der Überfüllung und teilweise unzumutbarer Enge in den Einrichtungen des Landes ist den Beteiligten bestens bekannt. Flüchtlinge von einer in die nächste unzulängliche Unterkunft zu verlegen, zeugt nicht von Planung und Umsicht. Für die betroffenen Menschen, deren Zurückweisung in Landeseinrichtungen mit all den verminderten Rechten nun gefordert wird, bedeutet dies eine zusätzliche Härte. Sie sind zum Teil schon länger als ein Jahr in Einrichtungen der Stadt untergebracht (z. B. Worringstraße, Grimbergstraße, Löwental…).

Daher fordern wir die Verantwortlichen der Stadt auf, in Kooperation mit dem Land weiter an menschenwürdiger Unterbringung aller Flüchtlinge zu arbeiten. Der Bund muss selbstverständlich für die Kosten der Unterbringung dieser Flüchtlinge aufkommen, weil sie jetzt noch von den Kommunen getragen werden.

Im Zusammenhang mit den „sicheren Herkunftsländern“ verweisen wir auch auf die aktuellen Stellungnahmen von Flüchtlingsorganisationen und Kirchen, die sich zum Thema fundiert und kritisch geäußert haben.